Hinter den Kulissen, oder auch "Wie wachsen unsere Hähnchen wirklich auf"?

Teil 1 unserer kleinen Serie: 

Neulich durften wir uns ein eigenes Bild von der Aufzucht der Kikok-Hähnchen machen. Wir trafen uns mit Lothar Gnoss, dem Produktionsleiter der Geflügelschlachterei Borgmeier in Delbrück. Von dort aus waren es nur wenige Autominuten bis zum Bauern. In dessen Ställen werden ausschließlich Hähnchen für das Kikok-Programm großgezogen. 

Stop! Zuerst mussten wir uns Hygieneanzüge überziehen. Im Stall angekommen war ich von der Wärme überrascht, denn die Tiere werden bei einer Temperatur von 35°C eingestallt, dann wird die Temperatur täglich reduziert, bis sie letztlich bei etwa 18°C liegt. 

Die Geschichte des Kikok-Hähnchen begann, als die Brüder Heiner und Werner Borgmeier wieder einmal Hähnchen essen wollten, wie sie früher schmeckten. 

Im Jahr 1994 hatten sie endlich Erfolg. Beim Genuss eines französischen Maishähnchens, das schon damals etwas ganz Besonderes war, hatten die beiden in Delbrück die Idee das Kikok-Hähnchen hervorzubringen. Es wurde eine Erfolgsgeschichte. 

Der besondere Geschmack des Kikoks wird durch  energieärmeres Futter erzielt, wodurch die Hähnchen langsamer wachsen. Hierdurch entstehen weniger Wasserablagerungen im Fleisch, die den Geschmack negativ beeinträchtigen. Das Kikok-Fleisch hat eine festere Konsistenz und einen intensiveren Geschmack. Dieses wird auch durch mehr Bewegungsfreiheit für die Hähnchen erreicht, die sich auf Strohballen austoben dürfen. Dabei werden weitere Kalorien verbrannt, so dass die Hähnchen kaum Fett ansetzen und ein gesünderes Leben führen als ihre konventionell aufgezogenen Artgenossen. Im Vergleich zu den konventionellen Hähnchen leben die Kikok-Hähnchen auch etwa zwei Wochen länger, was in den Tierschutzrichtlienen des Kikok-Programm festgeschrieben ist. 

Hinter den Kulissen, oder auch "Wie wachsen unsere Hähnchen wirklich auf?"

Teil 2 unserer Reihe:

Ein Hähnchen, das wie früher schmeckt, anders gefüttert wird und mehr Zeit zum wachsen hat.

Mit einem Stall im Testbetrieb fing es 1994 an. Heute gibt es rund zwanzig Landwirte, die Teil der Kikok-Erzeugergemeinschaft sind. 

Die Nachfrage steigt kontinuierlich. Immer mehr Käufer haben gestiegene Ansprüche, wollen Alternativen und suchen wieder nach mehr Geschmack. 

Der Geschmack des Kikok-Hähnchens kommt vor allem durch das andere Futter, das zur Hälfte aus Mais, etwas Getreide und einem kleinen Teil Sojaschrot besteht. Durch den Maisanteil bekommt das Fleisch seine charakteristisch gelbe Farbe und den besonderen Geschmack. 

Darauf sind die Landwirte sehr stolz. 

Die Tiere haben viel Platz und genug Raum zum scharren, picken und Flügelausstrecken. Für Abwechslung sorgen Packsteine, Schaukeln und Säcke die mit Maiskörnern gefüllt sind, auf denen die Tiere sitzen und sich kleine Stücke herauspicken können. 

Auf der selben Fläche könnten die Landwirte fast doppelt so viele Hähnchen halte, würden sie nicht Kikok, sondern konventionelle Hähnchen halten. 
Und noch etwas merkt man sofort: "Es stinkt nicht im Stall." Das liegt an der fehlenden Feuchtigkeit.

Auch ein Grund, warum die Landwirte die Hähnchen nicht ins Freie lassen wollen: 
"Das sieht auf Fotos zwar immer gut aus, bedeutet aber oft Gefahr für die Gesundheit der Hähnchen."
Parasiten, Salmonellen, Würmer, Geflügelpest, all das wartet da draußen und führt zu Krankheiten, die wiederum eine Antibiotika-Behandlung notwendig machen könnten. 

Außerdem bleiben alle Tiere egal welcher Haltungsform ohnehin bis zum 21. Tag im gewärmten Stall.
Bis zu diesem Tag können junge Hähnchen die Wärme im Körper noch nicht selbst regulieren und sind auf genau passende Temperaturen wie hier im Stall angewiesen. 

Angesichts der üblichen Mast von gut 6 Wochen sind die wenigen Tage Freilauf eigentlich nur Kosmetik, sagen die Landwirte. Ihren Kikok-Hähnchen gehe es ohne Freigang besser, sind sie überzeugt. Den Tag bekommen sie trotzdem mit, denn den Stall durchflutet das Tageslicht und über die Klappen kommt Frischluft von draußen in den Stall.
Das Einstreu besteht übrigens aus getrockneten und gehäckselten Maispflanzen.

 


Für uns war dieser Besuch eine tolle Erfahrung und wir freuen uns sehr, euch ein so tolles Produkt anbieten zu können.